Mein Schiff-Meine Reise:Teil 9,Das Nordkap
Am 09.06.2009 früh gegen 04:00 Uhr passierten wir zum ersten Mal den Nordkapfelsen . Das Nordkap ist ein steil aus dem Eismeer emporragendes Schieferplateau auf der norwegischen Insel Mageroya. Es liegt auf 71 ° 10′ 21″ nördlicher Breite, ca. 2100 Kilometer vom Nordpol entfernt und 520 Kilometer nördlich des Polarkreises. Das Nordkap ist schon immer ein wichtiger Navigationspunkt für Seefahrer gewesen. Es erhielt seinen Namen im Jahre 1553, als eine englische Expedition mit drei Schiffen von London aus nach Norden reiste, um die Nordostpassage nach China zu finden. Während eines Sturms wurden die Schiffe getrennt und die “Edvard Bonaventura” unter dem Kommando von Kapitän Richard Chancellor passierte Mitte August diese Klippe,welche den Namen Knyskanes (die steile Klippe) hatte. Chancellor gab ihr den Namen “Nordkap“,welchen sie bis heute trägt.
“Hier stehe ich nun am Nordkap, an der äußersten Spitze Finnmarks. An der Welt Ende. Hier,wo die Welt endet,endet auch meine Neugier. Und zufrieden kehre ich nach Hause zurück,so Gott will.”
Diese Zeilen schrieb Francesco Negri 1664 von seiner Reise zum Nordkap.
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Den Zeitpunkt früh um vier Uhr habe ich zwar verpasst,nicht aber den Landgang und den Zeitpunkt unseres zweiten Passierens des Nordkap.
Honningsvag ist ein kleines Städtchen, nichts weltbewegendes,aber mit einer faszinierenden Natur. Für mich absolut schwer vorstellbar,hier sechs Monate mit 24 Stunden Tageslicht zu leben. Noch krasser muss es wohl die restlichen sechs Monate in absoluter Dunkelheit sein. Die Einheimischen erzählten,das sie in diesem Zeitraum alle Lichter anschalten,die zu finden sind. Welche Auswirkungen Lichtmangel auf den Körper hat dürfte klar sein.Depressionen ist nur eines davon.
Zur Abfahrt um 14:00 Uhr wurde auf dem Pooldeck klassische Erbsensuppe und Fingerfood gereicht., die Auslaufhymne wurde wiederrum live gesungen.Gegen 16:00 Uhr erreichten wir den Nordkapfelsen erneut und der Entertainment-Manager las dazu aus Reiseberichten einer Nordkapreise aus dem Jahr 1861 vor.
Mir war vorher schon bekannt,das man am Nordkap schwimmen gehen konnte. Nicht direkt am Felsen,das ist nicht möglich,aber wohl im Pool auf dem Schiff. Kurz vor erreichen des Felsens sprach unser Kapitän zu uns und sagte,das wer am Nordkap schwimmen wolle,sich nun bereitmachen solle.Naja,hab ich dann auch getan.Kurz in den warmen Whirlpool rein und dann ins große Becken bei 10 °C Wassertemperatur. Hat ziemlich geprickelt,war aber ein tolles Erlebniss,auch wenn manch einer an Deck das wohl nicht verstanden hatte.Mit mir zusammen hat das noch ein Passagier aus Bayern getan.Da sieht man’s wieder,die Bayern halt….
Das Filmteam hat meine Runden natürlich festgehalten und so konnte ich mich abends im Fernsehen nochmal bewundern.
Ich bin dann abends wieder nach meinem Aikido-Training in die Sauna-das war schon Pflichtprogramm-und hab mich dort mit dem IT-Manager des Schiffs und einem Passagier getroffen.Das hatte fast schon rituellen Charakter,der abendliche Treff und Plausch in der Sauna.Fehlt mir heute irgendwie….An dieser Stelle grüße ich dich,Rolf!
Später dann wieder TUI-Bar und Abtanzbar,gegen morgen gelangen mir dann auch noch ein paar wunderschöne Mitternachtssonnen-Aufnahmen.
Die gibts aber erst morgen zu sehen,im nächsten Teil.
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